Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

Internationaler Preis für Thisbe K. Lindhorst

23.03.2017

Thisbe LindhorstZur Feier des Internationalen Frauentags (Mittwoch, 8. März) gab die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) die Preisträgerinnen des IUPAC 2017 Distinguished Women in Chemistry or Chemical Engineering Awards bekannt. Thisbe K. Lindhorst, Professorin für Organische und Biologische Chemie am Otto Diels-Institut für Organische Chemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), ist eine von zwölf Frauen, die geehrt wurden. Hier weiterlesen

„Ich freue mich sehr über diesen Preis“, sagte Lindhorst. „In der Chemie tätige Frauen und Männer müssen Verantwortung für eine bessere Zukunft übernehmen und der IUPAC-Preis zeigt, dass unser Engagement gewürdigt wird!“ Als Thisbe Lindhorst im Jahr 2000 auf eine Professur an der Uni Kiel berufen wurde, war sie die erste ordentliche Professorin für Organische Chemie nach dem Zweiten Weltkrieg. Lindhorst war seither stets ein Vorbild. Sie ermutigte junge Frauen dazu, eine Laufbahn in der Wissenschaft zu verfolgen und Spitzenleistungen in der Chemie auch mit einem Familienleben zu verbinden.

Im Jahr 2016 wurde Lindhorst zur Präsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gewählt. Sie ist erst die zweite Frau in dieser Position in der 150-jährigen Geschichte der Gesellschaft. Ihr Leben als Wissenschaftlerin stellt Lindhorst unter das Motto „Wertedenken“, das hervorhebt, dass das Bewusstsein für eine ethische Wertebasis mit dem Fachwissen Hand in Hand gehen muss. Ihre Forschung widmet sich den Glycowissenschaften, ein Gebiet der Chemie, das die biologischen Funktionen von Kohlenhydraten bei der Zell-Zell-Kommunikation und Zellerkennung untersucht. Sie hat Pionierarbeit auf dem Gebiet der Multivalenz in der Zuckererkennung geleistet. Erst vor Kurzem zeigte ihre Forschungsgruppe zum ersten Mal die Bedeutung der Orientierung von Zuckern auf Zelloberflächen im Zusammenhang mit Zelladhäsion auf. Diese Erkenntnisse bieten Potenzial für die Entwicklung antimikrobieller Arzneimittel und eine spezielle Antiadhäsionstherapie bei mikrobiellen Infektionen. „Die Glycobiologie zu verstehen, stellt eine große Herausforderung dar und ist ungemein wichtig. Nachdem wir die Bedeutung der Gene und Proteine erkannt haben, müssen wir heute verstehen, was das Glykom für einen einzelnen Organismus bedeutet, um unser Leben zu verbessern“, erklärte Thisbe Lindhorst.

Das Auszeichnungsprogramm, das 2011 im Rahmen der Feier des Internationalen Jahres der Chemie ins Leben gerufen wurde, wurde geschaffen, um die Arbeit von Chemikerinnen und Chemie-Ingenieurinnen weltweit zu würdigen und zu fördern. Die Preisverleihung wird während des IUPAC World Chemistry Congress in São Paulo, Brasilien, stattfinden. Professorin Vanderlan da S. Bolzani, Mitvorsitzende des außerordentlichen Symposiums, erklärte: „Wir sind hocherfreut über die diesjährigen Preisträgerinnen. Seit 2011 hat der Preis jedes Jahr mehr Aufmerksamkeit in der Gemeinschaft erlangt. Beim diesjährigen Kongress und mit der Unterstützung der IUPAC-Leitung planen wir, diese Entwicklung fortzusetzen. Ich habe die Hoffnung, dass jeder Tag zum Internationalen Frauentag wird!“

Die IUPAC wurde 1919 von Chemikern aus Industrie und Wissenschaft gegründet. Seither hat die Union erfolgreich die weltweite Kommunikation in den chemischen Wissenschaften gefördert und die Chemie des akademischen, industriellen und öffentlichen Bereiches in einer gemeinsamen Sprache verbunden. Die IUPAC ist weltweit als Autorität in den Bereichen chemische Nomenklatur, Terminologie, standardisierte Messmethoden, Atomgewichte und vielen anderen kritisch untersuchten Daten anerkannt. In den letzten Jahren etablierte die IUPAC proaktiv eine Vielzahl von Konferenzen und Projekten zur Förderung und Anregung moderner Entwicklungen in der Chemie, sowie zur Unterstützung im Bereich der Chemielehre und Förderung des Verständnisses der Öffentlichkeit für die Chemie. Weitere Informationen zur IUPAC und ihren Aktivitäten finden Sie unter www.iupac.org.

Weitere Informationen unter: https://iupac.org/iupac-2017-distinguished-women/

Text: Raissa Nickel
Copyright: GDCh / Foto: Tobias Schwerdt, Heidelberg


 

 

 

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