Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

Intensiver Austausch mit Mercator-Fellows aus San Sebastian und Paris

16.11.2016

Richard Berndt (links) mit Dr. Marie-Laure Bocquet und  Dr. Arantzazu Garcia-LekueVier Wochen lang arbeiteten Dr. Arantzazu Garcia-Lekue und Dr. Marie-Laure Bocquet als Mercator-Fellows in der Arbeitsgruppe von Professor Richard Berndt am Institut für Experimentelle und Angewandte Physik. Seit Mitte Oktober standen neben gemeinsamen Projekten auch Vorträge im Sonderforschungsbereich  677 der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf der Agenda. Die Förderung  von Mercator-Fellows   ermöglicht Forschungsaufenthalte für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland, um in intensiven Austausch Projekte voranzutreiben. Hier weiterlesen

„Das Programm bietet sehr flexible Möglichkeiten für eine enge Zusammenarbeit. Wir freuen uns sehr, dass wir darüber führende Experten  zusammenbringen können, um komplexe wissenschaftliche Probleme zu lösen“, erläutert Richard Berndt. „Die  schaltbaren  Moleküle unserer Kollegen aus der Chemie und die von meinen Doktoranden entwickelte experimentelle Ausstattung sind  einzigartig“, so Berndt. „Damit kann man sehr ungewöhnliche Daten erhalten.“ Spezielle Instrumente für die Analyse von Daten zu entwickeln, ist einer der Schwerpunkte des Donostia International Physics Center in San Sebastian, Spanien. Hier forscht die Theoretische Physikerin Arantzazu Garcia Lekue als Ikerbasque Research Fellow. „Als Theoretikerin entwickle ich Methoden, um die Realität zu simulieren. Komplexe Computerprogramme können uns dabei helfen, kleinste Objekte wie Atome oder Moleküle und ihr Verhalten besser zu verstehen – zum Beispiel den Transport von Elektronen durch  Nanostrukturen”, beschreibt sie ihre Arbeit. „Durch Experimente wie die der Kollegen hier in Kiel kann ich meine Methoden testen. Ich freue mich sehr, dass ich in dieser Gruppe hier in Kiel arbeiten konnte.“

Marie-Laure Bocquet arbeitet als Directrice de Recherche  am Centre National de la Recherche Scientifique und an der École normale supérieure  in Paris. „Die Arbeitsgruppe hier in Kiel hat entdeckt, dass bestimmte Biomoleküle völlig unerwartet magnetisch werden, wenn man sie unter Spannung setzt.“, so Marie-Laure Bocquet. „Wir hofften, dass jemand mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in der theoretischen Chemie unsere  Beobachtungen erklären könnte““, erläutert Professor Berndt, warum er die physikalische Chemikerin bat, für einen längeren Aufenthalt nach Kiel zu kommen.

Vor allem die täglichen Diskussionen mit Doktorandinnen und Doktoranden sowie  Kollegen aus dem SFB  erlebten die beiden Wissenschaftlerinnen als große Bereicherung. „Im Arbeitsalltag kommt das leider doch oft zu kurz kommt“, sagt Marie-Laure Bocquet. Dr  Garcia Lekue ergänzt: „Es ist einfach etwas anderes, wenn du direkt in das Büro deines Kollegen gehen kannst als über mehrere Tage E-Mails hin und her zu schreiben. So sind ganz andere, viel fokussierte Diskussionen möglich.“

Beide Mercator-Fellows waren zum ersten Mal in Kiel, aber die enge Zusammenarbeit wird auch nach dem Ende dieses Aufenthalts weiter gehen, sind sie sich sicher. Schließlich arbeiten Marie-Laure Bocquet und Arantzazu Garcia Lekue an gemeinsamen Publikationen mit Richard Berndt und seiner Arbeitsgruppe.

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