Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

100 Jahre Nobelpreis für Max Planck: Festveranstaltung im Physikzentrum

26.04.2019

Max PlanckMit seiner Quantentheorie revolutionierte Max Planck die Naturwissenschaften und begründete damit auch die Nanoforschung in Kiel. Vor hundert Jahren erhielt der geborene Kieler den Physiknobelpreis. Bei einer Festveranstaltung am 23. April, Plancks Geburtstag, sprach Nobelpreisträger Klaus von Klitzing über den Einfluss eines der bedeutendsten Wissenschaftlers des 20. Jahrhunderts. Außerdem wurden Ideen für eine Erweiterung der Max-Planck-Ausstellung präsentiert. Weiterlesen

„Quantentheorie ist unverzichtbar, um die Natur zu verstehen“, betonte Organisator Prof. Michael Bonitz zu Beginn der Festveranstaltung zu Ehren Max Plancks. „Diese Quantenwelt wollen wir mit unserer Ausstellung erlebbar machen.“ Planck, der in Kiel seine erste Professur innehatte, verließ den Norden 1889 für einen Ruf nach Berlin, sah Kiel jedoch zeitlebens als seine „eigentliche Heimat“ an. Bereits seit einigen Jahren setzt Bonitz sich dafür ein, in Kiel ein Museum für den Nobelpreisträger und Ehrenbürger der Stadt zu schaffen. 2012 gelang es ihm, Teile einer Ausstellung der Max-Planck-Gesellschaft aus dem Technikmuseum in Berlin an die Förde zu holen. Ergänzt um weitere Exponate, darunter persönliche Gegenstände Plancks aus dem Besitz der Familie sowie Dokumente aus Plancks Kieler Zeit, wurde die Max-Planck-Ausstellung im Physikzentrum 2013 eröffnet, wo sie seitdem für Mitglieder der CAU und die breite Öffentlichkeit zu sehen ist. Im Rahmen der Festveranstaltung wurde sie jetzt um weitere Ausstellungsstücke, darunter Entwürfe des Planck-Gedenksteins in der Küterstraße von Erwin Scheerer erweitert.

Foto: Tovar
Stadtpräsident Tovar hielt nach der Eröffnung des Museums 2013 auch diesmal ein Grußwort Foto: Siekmann


Prof. Dr. Frank Kempken, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, rühmte die Ausnahmepersönlichkeit Max Planck, dessen Bedeutung über sein Werk weit hinausgehe, und unterstrich die zunehmend wichtiger werdende Rolle von Ausstellungen. „Die Arbeit von Wissenschaftlern wird oft als ‚Fake News‘ abgetan. Wir haben die Pflicht, etwas dagegen zu setzen, wie durch Ausstellungen wie diese.“ Auch KiNSIS-Sprecher Prof. Dr. Olaf Magnussen dankte Bonitz für die Initiative dahinter. Er unterstrich, welche Bedeutung Plancks Erkenntnisse auch über die Physik hinaus haben. Im disziplinenübergreifenden nanowissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt seien sie die Grundlage vieler Forschungen, auch in der Chemie, den Ingenieurwissenschaften und den Life Sciences. „Die Quantenphysik hat die Lebenswirklichkeit jedes einzelnen verändert – nicht nur, weil sie in unseren Handys steckt – und wird das 21. Jahrhundert prägen.“

Foto: Bonitz
Organisator Michael Bonitz führt Gastredner und Nobelpreisträger Klaus von Klitzing durch die AusstellungFoto: Siekmann


Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, der bereits zur Eröffnung der Max-Planck-Ausstellung 2013 zu Gast war, betonte in seinem Grußwort Kiels Rolle als Nobelpreisträgerstadt. „Mich freut, dass die Uni Kiel Max Planck so in Ehren hält. Planck ist ein Name, der noch immer viele inspiriert. Das sollten wir nutzen, auch um mehr junge Menschen für ein naturwissenschaftliches Studium zu interessieren.“

Anschließend präsentierten Bonitz und Regine Jäckel, Initiatorin einer Initiative zu Gründung eines Max-Planck-Museums, die Pläne, die bisherige Ausstellung zu erweitern und ins Zentrum Kiels zu  bringen. Experimente, Simulationen, digitale Präsentationen und Virtual Laboratories sollen die breite Bevölkerung und insbesondere Schülerinnen und Schüler ansprechen und Fragen beantworten wie Atome funktionieren, elektrischer Strom fließt oder was eigentlich ein Quantensprung ist. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern sind wechselnde Ausstellungen geplant. Weitere Unterstützer und Förderer sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen. 

Nach einer Pause, die Gelegenheit für einen Rundgang durch die Ausstellung bot, sprach Physik-Nobelpreisträger Professor Klaus von Klitzing, Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, in einem vollbesetzten Hörsaal über Plancks wissenschaftliche Bedeutung. In seinem öffentlichen Vortrag stellte von Klitzing vor allem Plancks Rolle für das internationale Einheitensystem vor. Die Basiseinheiten für alle
 

foto: Hörsaal
Im vollbesetzten Hans-Geiger-Hörsaal sprach Prof. von Klitzing über die Bedeutung von Max Plancks Entdeckung für das neue internationale Einheitensystem Foto: Siekmann


Messgrößen wie zum Beispiel Sekunde, Meter oder Kilogramm werden ab Mai 2019 weltweit neu definiert. So wurde das Gewicht eines Kilogramms 1889 durch einen Referenzprototypen bestimmt, der allerdings kontinuierlich an Gewicht verliert. Die internationale Generalkonferenz für Maß und Gewicht beschloss im vergangenen Jahr, dass ab dem 20. Mai 2019 alle Basiseinheiten durch sogenannten Naturkonstanten wie die Lichtgeschwindigkeit, die Ladung des Elektrons und die Planck-Konstante definiert werden sollen. Wie schwer ein Kilogramm exakt ist, wird dann durch das von Planck entdeckte elementare Wirkungsquantum h bestimmt, das vor über 100 Jahren der Ausgangspunkt für die Quantenrevolution in Wissenschaft und Technik war.

Link zur Website "Max Planck in Kiel"
Link zum Museumskonzept

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