Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

Physiker und Chemiker speichern Information in einem einzelnen Molekül

06.12.2017

Das im Experiment verwendete Eisen(III)-Spin-Crossover-Molekül unter dem RTM, darübergelegt ein Modell seiner Struktur. Speichermedien sind in den letzten Jahren kontinuierlich kleiner geworden und erlauben, mehr Daten auf gleichem Raum zu speichern. Doch die Miniaturisierung der bisher verwendeten Technologie stößt nun auf fundamentale quantenmechanische Grenzen. Ein neuer Ansatz besteht darin, sogenannte Spin-Crossover-Moleküle als kleinste Speichereinheit zu verwenden. Ähnlich wie in herkömmlichen Festplatten können sie Informationen über ihren magnetischen Zustand speichern. Die Herausforderung besteht darin, diese Moleküle auf Oberflächen anzubringen, ohne ihre Speicherfähigkeit zu zerstören. Das ist nun einem Forschungsteam der CAU aus den Arbeitsgruppen von Professor Richard Berndt, Institut für Experimentelle und Angewandte Physik, und von Professor Felix Tuczek, Institut für Anorganische Chemie, gelungen. Sie brachten nicht nur eine neue Klasse an Spin-Crossover-Molekülen erfolgreich auf einer Oberfläche an, sondern konnte auch bisher als hinderlich angesehene Wechselwirkungen nutzen, um ihre Speicherkapazität zu erhöhen. Die Speicherdichte herkömmlicher Festplatten ließe sich damit theoretisch um mehr als das Hundertfache erhöhen und Datenträger deutlich verkleinern. Ihre Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Nano Letters.

CAU-Pressemitteilung vom 6.12.2017 
Press release of Kiel University of December 6, 2017

 

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