Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

Nacht der Wissenschaften 2017

10.10.2017

Hochkonzentriert am Freitagabend: Kleine Besucherinnen bei der Nacht der WissenschaftMit einer echten Pipette arbeiten, die Solarzellen der Zukunft in die Hand nehmen oder einen Laborrundgang mit einer VR-Brille machen. Während sich das Programm der Nacht der Wissenschaften im letzten Jahr auf Kiel konzentrierte, ging es in diesem Jahr in die Region hinaus: In Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg zeigten KiNSIS-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Themen aus der Nanowelt einer breiten Öffentlichkeit. Insgesamt warteten mehr als 100 Aktionen am 29. September auf kleine und große Besucherinnen und Besucher in der Kiel Region.
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Freitagabend, kurz vor zehn Uhr abends. An der Hafenkante von Eckernförde schneidet der 12-jährige Jonas Radieschen klein. Trotz der fortgeschrittenen Stunde arbeitet er hochkonzentriert am Stand der Kieler Forschungswerkstatt. Einen Teil der roten Knolle gibt er in eine Zinkoxidlösung. Nach etwas Einwirkzeit bestrahlt er sie in einer dunklen Box mit einer UV-Lampe. Die vorher eingelegten Radieschen fangen vor dem dunklen Hintergrund an zu leuchten. „Diese Radieschen haben die Nanopartikel eingesaugt, deshalb leuchten sie. Nano bedeutet, dass es richtig, richtig, klein ist“, erklärt der 5. Klässler, der sich vor diesem Abend noch nie mit Nanoteilchen beschäftigt hatte. Maria Weisermann von der Kieler Forschungswerkstatt nimmt sich viel Zeit, um ihm zu erklären, was es mit den Nanopartikeln auf sich hat. Sie führt ihn durch verschiedene Stationen, an denen er Kartoffeln abwiegt, Flüssigkeiten mit Pipetten abfüllt und dabei echte Laborhandschuhe trägt. „Ich freue mich schon, wenn wir Chemie in der Schule haben!“, sagt Jonas. Mitgebracht zur Nacht der Wissenschaften hat er Mutter Sabine und Nachbarin Gabriele, die sich ganz spontan entschlossen haben, an der Hafenspitze vorbeizuschauen. „Jonas wollte erst gar nicht mit – bis er hörte, es gibt Mitmachexperimente.“

Einiges zum Selberausprobieren gibt es auch ein paar Meter weiter am Stand der Arbeitsgruppe „Biokompatible Nanomaterialien“ von Professorin Selhuber-Unkel und dem Graduiertenkolleg „Materials for Brain“. Große und kleine Besucher können Zellen und besondere Materialien erforschen. Dafür haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem eine Box gebaut, in der verschiedene Kunststoffe ohne hinzusehen ertastet und erraten werden sollen. Sie lassen sich unterschiedlich stark verformen und stammen aus einem aktuellen Forschungsprojekt der Gruppe. Dort untersuchen die Forscher, wie Zellen auf besondere Materialien reagieren. Mit dem Mikroskop können die Besucher auch selbst lebende und tote Zellen untersuchen und miteinander vergleichen.  

Rendsburg

Staunend dreht der 9-jährige Tamino seinen Kopf hin und her, dreht sich im Kreis, macht einen Schritt nach vorne. Mit der Virtual-Reality-Brille, die er trägt, bewegt er sich gerade in einer ganz anderen Welt. „Ich sehe viele weiße Schränke….“, murmelt er, „– das ist ein Labor!“. Seine Großmutter lacht: „Diese Brillen findet er klasse.“ Tamino kam mit seinen Großeltern aus Jevenstedt nach Rendsburg. Bereits vom letzten Jahr ist er Fan der Nacht der Wissenschaft. „Er hat sich richtig gefreut, dass wir dieses Jahr wieder hinfahren“, verrät sein Oma.  

Die VR-Brille ist Teil des Standes von Professorin Martina Gerken und macht es möglich, Labore der Elektrotechnik selbst zu begehen. „Ich finde es sehr spannend, meine Forschung der Öffentlichkeit vorzustellen, vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Es ist eine gute Möglichkeit, um in Kontakt zu kommen und wir haben hier auch schon spannende Diskussionen geführt“, erläutert Gerken. Zusammen mit Dr. Sabrina Hein und Jan Schardt stellt sie aktuelle Forschungsprojekte vor, darunter flexible Solarzellfolien aus organischen Leuchtdioden. „Ich finde das ein spannendes Prinzip, um Solarzellen effizienter zu machen“, sagt Standbesucher Martin aus Kiel. Er kam mit seiner Freundin Katrin nach Rendsburg, beide sind selbst Naturwissenschaftler „Ich finde es schön, hier in kurzer Zeit Einblicke in so viele verschiedene Themen zu bekommen“, sagt der 35-Jährige. Freundin Katrin ergänzt: „Als Otto-Normal-Verbraucher habe ich im Alltag eher wenig mit Nanostrukturen zu tun und finde es interessant, in dieses Gebiet einmal näher reinzuschauen.“ Ganz genau wissen will es der 9-jährige Felix aus Rendsburg. Zu der Spezialfolie, aus der in Zukunft Solarzellen hergestellt werden könnten, hat er jede Menge Fragen. Bei „Werden die aufs Dach geklebt oder geschraubt?“ kommt auch Standbetreuer Jan ins Schwimmen. „Die Fragen, die wir bekommen, gehen von sehr grundlegend bis sehr detailliert. Ich lerne hier auch ständig etwas Neues, das ist spannend“, sagt der Bachelorstudent.

Preetz

Wie Lernen überhaupt funktioniert, darum ging es unter anderem in Preetz beim Vortrag „Können wir unser Oberstübchen nachbauen?“. Die Nervenzellen in unserem Gehirn verarbeiten hochkomplexe Informationen. Miteinander verbunden sind sie über Synapsen, die sich ständig neu verknüpfen. Was im Gehirn passiert, wenn wir Lernen oder eine Entscheidung treffen, erklärte PD Dr. Martin Ziegler unter anderem mithilfe eines U-Bahn-Netzes. „So ähnlich bewegen sich auch unsere Gedanken im Kopf, wenn wir eine Entscheidung treffen. Zum Beispiel, ob wir bei diesem Wetter die Herbstferien wirklich an der Ostsee verbringen sollten.“ Er und seine Kolleginnen und Kollegen aus der Elektrotechnik (Arbeitsgruppe von Professor Hermann Kohlstedt) bauen an der CAU Nervensysteme technisch nach, um mehr darüber zu erfahren, wie sie arbeiten. Neben mehreren Vorträgen boten sie bei der Nacht der Wissenschaft auch Experimente an. „Wir wollen damit Interesse an der Wissenschaft wecken und nach draußen tragen, woran wir an der Uni forschen“, so Ziegler.

Das hatten sich auch Professor Jeffrey McCord und Dr. Enno Lage aus der Arbeitsgruppe Nanoskalige magnetische Materialien gedacht. Mit ganz unterschiedlichen Magneten lassen sie an ihrem Stand Magnetismus sichtbar werden. „Hier kann man viele Sachen machen, die wir in der Schule nicht haben“, erklärte die 10-jährige Tessa aus Preetz. Denn noch steht Physik nicht auf ihrem Stundenplan. Sie hält eine dünne Röhre aus Eisen fest mit der Hand umschlossen, Jeffrey McCord wirft eine nichtmagnetische Kugel oben hinein. Schnell läuft sie durch die Röhre hindurch und fällt unten wieder heraus. Anschließend lässt er eine magnetische Kugel durchlaufen. Langsam rutscht sie durch die Röhre nach unten. Plötzlich grinst Tessa: „Jetzt habe ich die Kugel gespürt! Sie ist gerade an meinen Händen vorbeigekullert.“ Bereits im letzten Jahr war McCord bei der Nacht der Wissenschaft dabei. „Und schon damals hat es Spaß gemacht.“ 

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