Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

Marco Liserre gehört zu den Highly Cited Researchers 2020

10.12.2020

Marco LiserreEinmal im Jahr analysiert die „Web of Science-Group“ des US-Unternehmens Clarivate Analytics die Bedeutung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern angesichts ihrer Zitationsraten. Forschende, deren Arbeiten besonders häufig von Fachkolleginnen und -kollegen zitiert werden, gelten als besonders bedeutend und einflussreich in ihrem Gebiet. Das Ranking „Highly Cited Researchers" listet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im letzten Jahrzehnt an mehreren der Top-ein-Prozent der meistzitierten Publikationen ihres Fachgebiets beteiligt waren. 2020 gehörten dazu 6.167 Personen, darunter KiNSIS-Mitglied Marco Liserre, Professor für für Leistungselektronik an der Technischen Fakultät. Von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wurden außerdem noch Ralf Baron, Günther Deuschl, Axel Hauschild, Stefan Rose-John und Stefan Schreiber, alle von der Medizinischen Fakultät, ausgezeichnet. Weiterlesen

Grundlage der Auswertung ist die Datenbank „Web of Science Core Collection“. Diese listet wissenschaftliche Artikel aus rund 21.000 Fachzeitschriften auf. Für die diesjährige Liste der „Highly Cited Researchers“ wurde der Zeitraum 2009 bis 2019 analysiert. Das Ranking ist ein wichtiger Indikator für den Einfluss wissenschaftlicher Publikationen, die zu dem meistzitierten ein Prozent ihres Fachs gehören. 2020 standen 6.167 der weltweit Forschenden aus 21 Forschungsfeldern auf der Liste. Darunter sind 26 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger. Vier der Kieler Wissenschaftler wurden in der Kategorie „Cross-Field“ ausgezeichnet. Sie berücksichtigt interdisziplinäre Arbeiten und den Einfluss der Forschenden auf mehrere Bereiche während des letzten Jahrzehnts.

Bereits sehr früh in seiner Laufbahn hat Professor Marco Liserre zu regenerativen Energien geforscht und damit Grundlagen für andere Forschungsgruppen gelegt. Pionierarbeit leistete er mit seiner Forschung zu Stromrichtern mit Netzanschluss, die eine Verbindung von regenerativen Energiequellen mit dem Netz ermöglichen. Diese Systeme sind notwendig, um Energie aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu nutzen und effizient in elektrische Energie für den täglichen Bedarf umzuwandeln. Zusammen mit seiner Arbeitsgruppe hat Liserre einen leistungselektronischen Transformator entwickelt, der ohne hohe Energieverluste Mittelspannung in Niederspannung umwandeln und dabei zusätzlich Gleichstromanschluss und Leistungsflusssteuerung ermöglicht. Die neuen Komponenten aus der Leistungselektronik könnten dazu beitragen, Strom bedarfsgerecht zu verteilen und so das Energienetz besser zu steuern sowie Überlastungen und Ausfällen entgegenzuwirken. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe sind elektrischen Antriebe für die industrielle Automatisierung und Mobilität. Aktuell arbeitet die Arbeitsgruppe von Liserre an der Entwicklung und Erprobung innovativer Batteriesysteme für intelligente Netze und die Elektromobilität. Die Ausstattung eines entsprechenden Labors förderte das Land Schleswig-Holstein 2020 mit knapp zwei Millionen Euro. „Langlebige Batterien, die mehr Energie speichern und sich schnell aufladen lassen, könnten die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität deutlich verbessern“, erklärt Liserre.

Zur Person
Marco Liserre war Professor in Italien und Dänemark bevor er die Professur für Leistungselektronik an der CAU im September 2013 übernahm. Seit rund 20 Jahren arbeitet er im Bereich der Regenerativen Energien. Liserre hat über 450 technische Veröffentlichungen verfasst und ist Mitautor des Buches „Grid Converters for Photovoltaic and Wind Power Systems“, das auch ins Chinesische übersetzt wurde. Liserre ist Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Für ein Projekt zur Erforschung eines intelligenten und flexiblen Stromnetzes erhielt Liserre 2014 zwei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC). 2018 bekam er eine ERC-Förderung, um zentrale Entwicklungen aus dem Projekt zur Marktreife zu bringen.

Link zur Pressemitteilung der CAU vom 26.11.2020

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