Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS)

Diels-Planck-Lecture 2019: Professor Dr. Zhong Lin Wang

WangDie sechste Diels-Planck-Lecture wurde am 18.06.2019 an Professor Dr. Zhong Lin Wang, Georgia Institute of Technology, verliehen für seine bahnbrechenden Arbeiten in der Entwicklung von Nanogeneratoren und sich selbst versorgenden Systemen – mikroskopisch kleine Stromgeneratoren, die mit kleinsten Bewegungen mobile Geräte betreiben könnten. Mit der Auszeichnung ehren die rund 100 KiNSIS-Mitglieder jedes Jahr international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Nano- und Oberflächenwissenschaften. Musikalisch wurde die Preisverleihung, die im Rahmen der Konferenz „Intelligent Materials“ stattfand, vom Kieler „Trio Total“ begleitet.

„Wir sind sehr stolz, heute einen Pionier der Nanotechnologie hier begrüßen zu dürfen“, sagte CAU-Präsident Professor Lutz Kipp zum Auftakt der Veranstaltung. Wang, Direktor des Center for Nanostructure Characterization am Georgia Tech und Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, ist führend in der Entwicklung von Zinkoxid-Nanostrukturen, insbesondere Nanogeneratoren. Sie können aus geringen mechanischen Bewegungen kostengünstig und dezentral Strom erzeugen. Unter dem Stichwort „Energy Harvesting“ hat diese Technologie Wissenschaft und Industrie im Bereich Energie stark beeinflusst. Es bezeichnet die Nutzung von Energie, die in der Umgebung ohnehin vorhanden ist, wie Körper- und Wasserbewegungen, Luftströmungen oder Temperaturunterschiede. Denkbar sind damit neben der Versorgung mobiler Geräte auch biomedizinische Anwendungen in Sensoren oder der Einsatz als tragbare Elektronik in smarten Textilien.

„Wang ist ein Vordenker der Nanotechnologie, der mit seinen visionären Arbeiten nicht nur neue Forschungsfelder begründet hat, sondern auch zentrale Begriffe wie Piezeoelektronik geprägt hat“, sagte Rainer Adelung, Professor für Funktionale Nanomaterialien an der CAU, in seiner Laudatio. Außerdem habe Wang wichtige Grundlagen für nanowissenschaftliche Untersuchungsmethoden wie die Transmissionselektronenmikroskopie entwickelt.

Mit der Idee der „Blue Energy“ beschreibt Wang einen neuen Weg, um zum Beispiel die Meere als Quelle von erneuerbaren Energien zu nutzen. „Das geht weit über Solar- und Windenergie hinaus: Ein Netzwerk aus Nanogeneratoren, das die Bewegungen der Wellen in elektrische Energie umwandelt, könnte einen nennenswerten Beitrag zur Stromversorgung leisten“, unterstrich Wang das Potential der Technologie in einem Vortrag im Rahmen der Preisverleihung. „Immerhin bedeckt der Ozean etwa 70 Prozent der Erde und Wellen gibt es Tag und Nacht, unabhängig vom Wetter“, so der Physiker weiter. Wangs sogenannte triboelektrische Nanogeneratoren (TENG) funktionieren über zwei Materialschichten, die immer wieder miteinander verbunden und voneinander getrennt werden. Im Kontakt der Materialschichten bauen sich elektrische Ladungen auf, die dann zur Stromerzeugung genutzt werden können, der „triboelektrische Effekt“. „Dieses Prinzip stellt einen neuen Ansatz dar, um den energetischen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen wie Big Data oder Internet of Things“, so Wang weiter

Zhong Lin Wang erhielt 1987 seinen Ph.D.-Titel in Physik von der Arizona State University. Von 1987 bis 1988 war er Post-Doc an der State University of New York in Stony Brook und von 1988 bis 1989 erhielt er ein Research Fellowship der Cavendish Laboratory an der University of Cambridge in England. Anschließend war er von 1989 bis 1993 am Oak Ridge National Laboratory und von 1993 bis 1995 am National Institute of Standards and Technology. Seit 1995 ist er am Center for Nanostructure Characterization (CNC) des Georgia Institute of Technology (Georgia Tech), dessen Direktor er heute ist. 2009 wurde er auswärtiges Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und 2002 Mitglied der European Academy of Sciences. Er ist Fellow der American Association for the Advancement of Science (2006), der Microscopy Society of America und der Materials Research Society (2008). Wang gehört zu den fünf weltweit am meisten zitierten Wissenschaftlern im Bereich Nanotechnologie, hat über 660 wissenschaftlichen Artikel publiziert und hält 28 Patente. In der fächerübergreifenden Liste der weltweit am meisten zitierten Wissenschaftlerlinnen und Wissenschaftler (basierend auf Google Scholar) belegt Wang derzeit den 21. Platz.

Abstract zu Wangs Vortrag "Maxwell’s displacement current governed triboelectric nanogenerator for self-powered systems and blue energy“

Pressemitteilung der CAU vom 19.06.2019

 

 

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